Kirchliche Hochzeit: Unterschiede zwischen katholischer & evangelischer Trauung

. 4 minuten Lesedauer

Die kirchliche Heirat ist für viele Menschen nicht nur aus traditionellen Gründen auch heute noch wichtig, denn sie ist für viele Ehepaare der Inbegriff der Romantik. Die Trauung wird feierlich und opulent gestaltet und alle Freunde, Mitglieder der heimischen Kirchengemeinde und Verwandten sind dabei.

Fürbitten und Ehelgelübde sorgen bei einer kirchlichen Trauung für eine sehr persönliche Gestaltung. Wenn Ihr Euch dafür entschieden habt, Eure Ehe durch Gottes Segen besiegeln zu lassen, könnt Ihr Euch überlegen, ob die standesamtliche und die kirchliche Trauung an einem Tag oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden soll. Zivilrechtliche Gültigkeit hat in Deutschland nur die standesamtlich geschlossene Ehe.

Deshalb ist es üblich, erst standesamtlich und dann kirchlich zu heiraten - es wäre aber auch die umgekehrte Reihenfolge möglich. Ausschlaggebend, ob Ihr katholisch oder evangelisch heiratet, ist Eure Konfession. Im folgenden geben wir Euch eine kleine Zusammenstellung über katholische und evangelische Hochzeiten, genauere Informationen erhaltet Ihr bei Eurer zuständigen Gemeinde. Da es viele regionale Abweichungen gibt, solltet Ihr bei weiterem Interesse einen Mitarbeiter Eurer Kirche zu Rate ziehen.

Die katholische Trauung

Vorrausetzungen

Bei der katholischen Hochzeit gibt es einige Dinge, die Ihr beachten solltet. Um die katholische Ehe eingehen zu können, darf keiner von Euch bereits kirchlich getraut worden sein. eine Ausnahme besteht, wenn die vorhergehende Ehe durch den Tod getrennt wurde.

Ihr müsst eine Partnerschaft unterschiedlichen Geschlechts führen und beide dem katholischen Glauben angehören, das heißt getauft sein.

Allerdings gibt es in Ausnahmefällen die Möglichkeit eines sogenannten Dispens, hierbei kann eine Befreiung von der Taufpflicht erfolgen.

Anders als bei einer standesamtlichen Trauung sind bei der katholischen zwei Trauzeugen vorgeschrieben. Diese müssen mindestens 18 Jahre alt und voll geschäftsfähig im Sinne des BGB sein.

Weiterhin braucht Ihr einen Taufschein und ein Ehevorbereitungsprotokoll, das Ihr während Eurer Traugespräche gemeinsam mit dem zuständigen Pfarrer ausfüllen könnt.

In das Ehevorbereitungsprotokoll werden allgemeine Daten des Brautpaares aufgenommen und es wird darin bestätigt, dass die Eheschließung weder an Bedingungen geknüpft, noch erzwungen ist und kein Vorbehalt vorliegt. Außerdem wird mit diesem Protokoll eingewilligt, dass Ihr Eure zukünftigen Kinder nach dem katholischen Glauben erziehen werdet und sie taufen lasst.

Die Traugespräche finden 2-3 Mal im Vorfeld Eurer Trauung statt. Ziel ist es Fürbitten, Lieder, Trausprüche und den musikalischen Rahmen zu besprechen und zu planen. Um die Zeremonie und den Traugottesdienst persönlicher zu gestalten, besprecht Ihr mit dem Pfarrer unter anderem die Höhepunkte Eurer Liebe, wie z.B. wie Ihr Euch kennengelernt habt, welche gemeinsame Interessen Ihr habt und was für Euch sonst noch wichtig ist.

Außerdem wird der Pfarrer mit Euch erörtern, warum die kirchliche Hochzeit für Euch so wichtig ist. In den Vorbereitungsgesprächen geht es auch um organisatorische und logistische Gesichtspunkte, wie Dekoration und das Fotografieren. Die Bekanntgabe der Heirat erfolgt öffentlich durch einen Aushang in der Kirche.

Trauungsmöglichkeiten und Ablauf

In der katholischen Kirche habt Ihr die Wahl zwischen zwei Formen der Trauung. Die kürzere Variante ist die Trauung als Wortgottesdienst mit einer Dauer von 30- 40 Minuten.

Die Trauung als heilige Messe mit Eucharistiefeier ist die feierlichere Zeremonie und dauert 60-75 Minuten. Ihr solltet Euch für den Wortgottesdienst entscheiden, wenn einer von Euch nicht getauft ist.

Ein Wortgottesdienst besteht unter Anderem aus Lesungen und Fürbitten. Es werden in der Regel 4-6 Fürbitten gesprochen, die sich den Themen Partnerschaft, Liebe und Wünschen für eine glückliche Ehe widmen.

Die Trauung beginnt mit der Eröffnung, die vom Wortgottesdienst gefolgt wird. Im Anschluss daran wird das Brautpaar getraut und danach schließt der Auszug der Eheleute die Zeremonie ab. Die Trauung mit Eucharistiefeier hat soweit den gleichen Ablauf, wobei nach den Fürbitten die Eucharistiefeier folgt. Diese beinhaltet u.a. die Gabenbereitung, den Friedensgruß und eine Kommunion.

nötige Unterlagen auf einen Blick

– Personalausweis bzw. Reisepass

– Taufbescheinigung (nicht älter als sechs Monate)

– Firmurkunde

– Heiratsurkunde vom Standesamt (wenn bereits standesamtlich geheiratet)

– Ehevorbereitungsprotokoll, wird in den Ehevorbereitungsgesprächen ausgefüllt

Die evangelische Trauung

Voraussetzungen

Es muss mindestens einer der beiden Partner dem evangelischen Glauben zugehörig sein. Ist nur einer von Euch evangelisch getauft, so obliegt dem Pastor die Entscheidung, ob er der Trauung eines Paares, welches nicht der selben Konfession angehört, zustimmt.

Tut er dies nicht, handelt es sich nicht um eine evangelische Hochzeit, sondern um einen Gottesdienst anlässlich der Eheschließung. Lasst Ihr Euch im evangelischen Glauben trauen, gebt Ihr ein Versprechen, auch Eure Kinder in diesem Glauben zu erziehen.

Eine Trauung erfolgt nur bei verschieden geschlechtlichen Paaren. Für gleichgeschlechtliche Paare besteht aber in vielen Gemeinden die Möglichkeit, die Beziehung segnen zu lassen. Trauzeugen sind nicht erforderlich, aber möglich.

Ähnlich wie bei der katholischen Trauung finden im Vorfeld Traugespräche über Eure Motivation für eine evangelische Hochzeit und Absprachen zum allgemeinen Ablauf mit dem zuständigen Pastor statt.

Trauungsablauf

Im Groben läuft eine evangelische Hochzeit wie folgt ab. Nach dem Einzug des Brautpaares folgt das Eröffnungslied. Daran schließt sich die Trauung an, die aus der Traufrage, dem Ringwechsel und Segen besteht und mit einem Danklied endet.

Anschließend werden die Fürbitten gesprochen. Nach der einem weiteren Gebet und der Überreichung der Traubibel zieht das Brautpaar aus der Kirche aus.

nötige Unterlagen auf einen Blick

– einen Personalausweis oder Reisepass

– eine Taufbescheinigung, nicht älter als sechs Monate

– eine Konfirmationsurkunde

– die Heiratsurkunde des Standesamtes (wenn bereits standesamtlich geheiratet)

Die ökumenische Trauung

Ihr habt verschiedene Konfessionen? Dann müsst Ihr Euren Wunsch, kirchlich zu heiraten, bei beiden Pfarrämtern einreichen. Eine Gleichberechtigung zwischen beiden Pfarreien ist jedoch nicht möglich. Ihr müsst Euch entscheiden, ob Ihr in einer katholischen oder evangelischen Kirche heiraten wollt.

Der jeweils andere Pfarrer kann dann unterstützend hinzugezogen werden, ist aber nicht federführend. Auch der Ablauf der Trauung richtet sich danach, in welcher Kirchengemeinde Ihr Euch trauen lasst. Die benötigten Unterlagen bei der katholischen und evangelischen Trauung könnt Ihr weiter oben einsehen.

SUCHST DU EINE KIRCHE?

Jetzt finden!

Teilst du den Artikel, wenn er dir gefallen hat? Dann haben Deine Freunde auch Spaß daran. Dankeschön!


Kirchliche Hochzeit: Unterschiede zwischen katholischer & evangelischer Trauung
Help us and share with love