Braut über die Schwelle tragen - was steckt hinter diesem Hochzeitsbrauch?

Article header image

Eine sehr bekannte und beliebte Hochzeitstradition ist es, dass der Bräutigam seine Braut nach der Hochzeit über die Türschwelle trägt. Es gibt aber natürlich auch viele verschiedene Hochzeitsbräuche oder auch Hochzeitstraditionen, die Ihr als Brautpaar an Eurem Hochzeitstag einbinden könnt. Bekannte Hochzeitsbräuche und Traditionen sind zum Beispiel die Brautentführung, das Werfen des Brautstraußes, die Blumenkinder, die die Blumen auf Eurem Weg zum Altar streuen, oder auch das gemeinsame Anschneiden Eurer Hochzeitstorte.

Für welchen Hochzeitsbrauch Ihr Euch letztendlich entscheidet, oder ob überhaupt, ist natürlich komplett Euch überlassen und hängt auch immer davon ab, in welchem Stil Ihr Eure Hochzeit gerne ausrichten möchtet.

Warum trägt der Bräutigam die Braut über die Türschwelle?

Dass der Bräutigam seine Braut nach der Hochzeit über die Türschwelle trägt, ist ein sehr beliebter Brauch und wird bereits seit vielen Jahrhunderten von den Eheleuten praktiziert. Dieser Brauch soll nicht nur den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt symbolisieren, sondern auch die Braut schützen. Ein alter Aberglaube besagt nämlich, dass sich böse Geister in den Dielen und unter der Türschwelle des Hauses verbergen und  nach der Hochzeit auf die Braut warten. Um die Braut vor diesen bösen Geistern zu beschützen und um zu vermeiden, dass sie mit diesen Geistern in Berührung kommt, muss der Bräutigam seine Braut über die Schwelle tragen.

Brautpaar beim Spazierengehen mit einem Hund
Bild: © Zuzu Birkhof

Außerdem ist es doch ein tolles Gefühlt, als frischvermählte von dem Ehemann über die Türschwelle in das gemeinsame Haus getragen zu werden. Denn wer möchte nicht ab und zu mal auf Händen getragen werden?

Woher kommt dieser Hochzeitsbrauch?

Eine Theorie ist, dass dieser Hochzeitsbrauch seinen Ursprung in der Stadt Babylon findet. Es wird gesagt, dass die Bewohner dieser Stadt vor allem in Bezug auf die noch unverheirateten Bräute sehr ängstlich waren. Nicht nur der Brauch des über die Schwelle tragens, sondern auch das Tragen eines Schleiers soll aus dieser Zeit stammen. Denn auch der Schleier der Braut sollte zum Schutz der Braut dienen, denn dieser beschütze Sie vor den Blicken der bösen Geister, damit diese Ihr nichts anhaben konnten.

Stilleben von Brautkleid, Schleier und Blumenstrauß
Bild: © Zuzu Birkhof

Alternative zum Braut über die Schwelle tragen

Wenn Ihr aber nicht bis nach der Hochzeitsfeier warten möchtet, ist das Herz ausschneiden vielleicht eine lustige Alternative zum Braut über die Schwelle tragen. Bei diesem Hochzeitsbrauch wird von Braut und Bräutigam ein Hochzeitsherz aus einem Bett- oder Leintuch ausgeschnitten. Anschließend trägt dann der Bräutigam seine Braut durch das ausgeschnittene Herz. Dieser Brauch soll ebenfalls Glück für die zukünftige Ehe bringen. Auch für die Gäste kann dies ein großer Spaß sein bei dem auch viele lustige Fotos entstehen können.

Weitere Hochzeitsbräuche & Traditionen


Die Blumenkinder

Dieser Brauch kommt ursprünglich aus dem Heidnischen und ist bei dem Brautpaar ein sehr beliebter Brauch. Ob in der Kirche, einer freien Trauung oder beim Standesamt, die Blumenkinder, die die Blumen streuen, verleihen der Hochzeit eine feierliche Atmosphäre. Nicht zu vergessen ist auch der Spaß der Kleinen, den sie an dieser ganz besonderen Aufgabe haben werden. Aber auch die Eltern freuen sich bestimmt, Ihre Kleinen für so einen besonderen Anlass schön herauszuputzen.

TIPP

Fragt vorab bei Eurem Standesamt oder Kirche an, denn bei manchen ist das Blumen streuen nicht gestattet.

Hochzeitstorte anschneiden

Die Hochzeitstorte gemeinsam anschneiden ist eine sehr verbreiteter Brauch. Dabei fassen beide Brautleute das Messer an um dann die Hochzeitstorte gemeinsam anzuschneiden. Hier heißt es, dass der, der die Hand oben hält, das Sagen in der zukünftigen Ehe haben wird. Also aufgepasst! Und falls Ihr Euch für eine Tortenfigur auf Eurer Hochzeitstorte entschieden habt, seid beim Anschneiden vorsichtig, es wäre ja schade, wenn diese kaputt geht. Zudem kann die Tortenfigur auch ein schönes Andenken an Euren ganz besonderen Tag sein.

Anschneiden der Hochzeitstorte
Bild: © Kathleen John

Die Entführung der Braut

Bei diesem Brauch entführen gute Freunde des Paares die Braut in eine Bar, ein Restaurant oder andere Lokalität. Der Bräutigam muss durch Hinweise herausfinden, wo sich seine Braut aufhält und durch die Lösung einer Aufgabe befreien.

“Etwas Altes, Etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues”

Dies ist wohl einer der bekanntesten Hochzeitsbräuche und viele von Euch haben den Spruch: ,,Something old, something new, something borrowed, something blue” bestimmt schon in den verschiedensten Filmen, wie in beispielsweise in Twilight gesehen. Dieser besagt, dass die Braut, an dem Tag, an dem sie heiratet, diese 4 Dinge tragen sollte, damit sie ein glückliches Eheleben beginnen kann.

Etwas Altes steht als Symbol für den bisherigen Lebensabschnitt vor der Ehe und kann zum Beispiel in Form eines altes Schmuckstücks getragen werden. Etwas Neues soll die Vorfreude auf das gemeinsame Leben symbolisieren und kann zum Beispiel das Kleid, der Schleier oder auch die Brautschuhe sein.

Brautschmuck auf weißem Hintergrund
Bild: © Zuzu Birkhof

Etwas Geliehenes steht für Freundschaft und Glück. Dies kann beispielsweise auch ein Schmuckstück sein. Etwas Blaues steht für die Treue des Ehepaares und kann unter anderem in Form eines blauen Strumpfbandes unter dem Kleid getragen werden. Wenn Ihr aber gerne etwas mehr Farbe an Eurem Hochzeitstag zeigen möchtet, dann könnt Ihr zum Beispiel auch blaue Schuhe als blaues Element tragen, denn diese bieten natürlich auch einen schönen Kontrast zu dem weißen Hochzeitskleid.

Polterabend

An diesem Abend zerbrechen die Brautleute gemeinsam mit den Gästen jede Menge Geschirr, denn Scherben bringen ja bekanntlich Glück und zudem werden durch den Lärm auch die bösen Geister vertrieben. Anschließend kehrt das zukünftige Ehepaar die Scherben gemeinsam zusammen und symbolisiert damit, dass Sie alle zukünftigen Hürden gemeinsam meistern werden.

TIPP

Gläser und Spiegel sollten am Polterabend nicht zersplittert werden, denn das bringt Unglück.

Titelbild: © Kathleen John