Der Dresscode- Guide

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Wer glaubt, auf einer Hochzeit hätten es nur Braut und Bräutigam schwer bei der Auswahl der richtigen Abendgarderobe, der war entweder noch nie auf einer Hochzeit, hat in der Vergangenheit regelmäßig einfach andauernd wichtige Entscheidungen instinktiv richtig getroffen oder lag in der selben Regelmäßigkeit immer gut daneben. Damit in Zukunft immer alles so sitzt und aussieht, wie es dem Anstand gebührt, haben wir für Euch einen kurzen Guide zusammengestellt, der Euch in allen Belangen des perfekten Outfits für eine Hochzeit zur Seite steht.

Wie in allen Belangen der Hochzeit hat natürlich auch hier das Brautpaar das letzte Wort. Denn es dreht sich auf einer Hochzeit immer in erster Linie um die Gastgeber. Es ist der Tag von Braut und Bräutigam und eine Hochzeit sollte in erster Linie für diese beiden zu einem unvergesslichen Ereignis werden.

Zu diesem Ereignis tragen alle Gäste einen wichtigen Beitrag bei. Deswegen gehört es sich auch, sich mit der Einladung der Brautleute zu beschäftigen und sich nach dem eventuell aufgeführten Dresscode zu richten. Dieser muss übrigens nicht nur einer sein. Je nach Ausmaß der Veranstaltung kann es durchaus vorkommen, dass es für unterschiedliche Abschnitte der Hochzeit auch unterschiedliche Dresscodes gibt. Auch diese werden wir natürlich entsprechend kurz erklären.

Die absoluten „No-Go's“ und „Go's“ für Sie und Ihn

1. Das Brautpaar gibt den Ton an

Eine Hochzeit dreht sich, noch mehr als jede andere Veranstaltung um die Gastgeber. Und diese haben meist ihre ganz eigenen Vorstellungen daran, was angemessen ist. Normalerweise wird ein guter Hinweis dazu auch in der Einladung gegeben. Leider allerdings nicht immer. Besonders bei „individuellen“ Einladungen wird anstatt eines expliziten Dresscodes nur „um festliche Garderobe wird gebeten“ vermerkt oder sogar gar keine Angabe zum Dresscode gegeben.

Hier ist es dann sinnvoll sich mit den Brautleuten oder deren mit dem Procedere betrauten Personen auszutauschen. Hier sind Trauzeugen oft der beste Ansprechpartner. Diese kennen das Brautpaar eben am besten und sind über den Ablauf unterrichtet oder richten die Hochzeit gar mit aus.

Tonangebend ist das Brautpaar oft sogar im wahrsten Sinne des Wortes. In vielen Fällen ist bei der Hochzeitsgesellschaft ein einheitliches Farbbild gewünscht. An dieses sollte man (und Frau) sich auch wirklich halten um nicht zu sehr aus der Menge hervorzustechen und sich in den Vordergrund zu drängen. Dies mag auf der Seite der Herren noch grade so vertretbar sein, auf Seiten der Damen aber ein unverzeihlicher Fauxpas.

2. Weniger ist manchmal mehr

Dieser Satz ist eher philosophischer als physikalischer Natur. Grade auf Seiten der Damen ist damit auf keinen Fall gemeint, möglichst wenig anzuziehen. Miniröcke haben (außer es ist explizit erwünscht) auf einer Hochzeit genau so wenig zu suchen, wie tief ausgeschnittene Kleider oder solche, die fast durchscheinend anmuten. Eine Hochzeit ist eben eine Hochzeit und keine Galaveranstaltung auf der jeder und jede hervorstechen möchte (und darf).

Weniger ist mehr bezieht sich vielmehr auf die Eleganz der Garderobe. Niemand sollte auf einer Hochzeit besser gekleidet wirken als die Brautleute. Das gilt auch für die Herren der Schöpfung.

Sollte kein expliziter Dresscode vorgegeben sein, kann man als Mann allerdings einfach auf Nummer sicher gehen. Mit einem schicken Anzug liegt man(n) nie daneben. Nur eben von Smoking (Black Tie) oder Frack (White Tie) ist abzusehen, wenn dieser nicht im Dresscode gefordert wird.

Da eine Hochzeit keine Trauergesellschaft ist, muss der Anzug, wenn nichts genaues angegeben wird, auch nicht zwingend schwarz sein. Ein dunkler Anzug, beispielsweise nachtblau oder dunkelgrau, ist immer jedem gut sortierten Kleiderschrank wiederfinden.​

3. Geweihter Boden oder Standesamt

Unabhängig davon, wo denn nun die Trauung vollzogen wird, ist jede Hochzeit natürlich ein festlicher Anlass. Aber traditionell tritt auch die Traugesellschaft in einer Kirche deutlich festlicher und edler auf. Besonders im kirchlichen Rahmen ist es, möchte man nicht grade provozieren, nötig auf zu viel Sexappeal zu verzichten.

Auf dem Standesamt darf es dann schon ein wenig entspannter zugehen. Hier ist es dann doch sehr unwahrscheinlich eventuelle empfindliche Gemüter katholischer oder evangelischer Natur zu verschrecken. Sollte die Hochzeit in einer religiösen Rahmen abseits der christlichen Konfessionen stattfinden, schließen Sie sich unbedingt mit dem Brautpaar, der Familie oder dem den Segen sprechenden Geistlichen kurz.

Nichts wäre für alle Beteiligten unschöner, als sich bereits zu Beginn einer Hochzeit in die berühmt bis berüchtigten Nesseln zu setzen. Auch hier hat es der Mann mal wieder deutlich leichter als die Frau, denn mit einem schicken Anzug liegt Er eben nie verkehrt.

4. Wer hat an der Uhr gedreht?

Je nach Länge einer Hochzeitsveranstaltung kann diese in unterschiedliche Events aufgeteilt sein, zu denen häufig auch separat eingeladen wird. Es ist nicht unüblich, dass es zunächst eine Trauung, dann einen Empfang des frisch gebackenen Brautpaares und dann noch eine Abendveranstaltung gibt. Oftmals wird dazu sogar ein unterschiedlicher Dresscode angegeben. Hier gilt es dann entweder geschickt den Mittelweg zu finden oder aber sich umzuziehen.

Bei derart groß ausgelegten Veranstaltungen achten die Ausrichter dann allerdings auch darauf entsprechende Möglichkeiten oder genug Zeit einzuräumen um eventuell den Dress zu wechseln. Ausnahmsweise stellt sich hier übrigens für die Herren der Schöpfung eine oft übersehene Schwierigkeit ein. Je nach Uhrzeit bedeutet „White Tie“ und „Black Tie“ nämlich etwas anderes. Je nachdem, ob das entsprechende Zeremoniell vor oder nach 18:00 Uhr stattfindet ändert sich der Dresscode dadurch ein wenig.

Frack und Smoking sind Abendgarderobe, also für jenseits der 18:00 Uhr. Davor ist zu Stresemann oder Cut zu greifen. Noch mehr Tipps zur Kleidung für Hochzeitsgäste findet Ihr auch hier.

Exklusiv für Sie

Zunächst einmal ist es wichtig, sich wie oben erwähnt, mit der Einladung auseinander zu setzen. In dieser sollte der Dresscode (oder die „Kleiderordnung“) vermerkt sein. Leider ist diese eher für Männer explizit und lässt Damen gewisse Freiheiten. Allerdings haben diese ihre festgelegten Grenzen. Deswegen führen wir diese einmal kurz auf. Dazu gilt es aber immer zu beachten, dass deutliche Vorgaben seitens der Brautleute auch zu befolgen sind. Je weniger Vorgaben, desto mehr Freiheiten im Rahmen des Schicklichen habt Ihr.

1. Dunkler Anzug

Ja, hier hat es das angeblich starke Geschlecht wieder sehr einfach. Es ist den Herren der Schöpfung fast unmöglich falsch zu liegen. Als Frau wiederum bedeutet der Dresscode „Dunkler Anzug“ dann aber nicht zwingend zum „kleinen Schwarzen“ zu greifen. Wobei Sie damit nicht falsch liegen, solang das „kleine Schwarze“ eben nicht zu klein ausfällt. Eine ebenfalls gute Wahl ist ein dunkles Kostüm. Gleichfalls sicher fahren Sie mit einem schlichten Tageskleid oder einem Etuikleid.

Edler Schmuck und dezentes Make-Up runden das Bild ab. Auch wenn Sie natürlich immer edler auftreten dürfen als der Mann an Ihrer Seite sollten Sie beim „Dunklen Anzug“ aber auf ein Abendkleid verzichten. Das wäre etwas zu viel des Guten. Fühlen Sie sich in Kleidern allgemein nicht wohl, ist es völlig legitim, einen dunklen Hosenanzug zu wählen.

2. Smoking (kleiner Gesellschaftsanzug, Cravate noir, Black Tie, Tuxedo, Tux)

Hier bieten sich erneut unterschiedliche Varianten für Sie an. Wie bei „Dunker Anzug“ ist das „kleine Schwarze“ ein gute Wahl. Darüber hinaus geht auch ein kleines Abendkleid also eine Kreation mit Länge bis zum Knie. Stoffe und Farben könne Sie dabei frei wählen, nur wenn Sie die “Gefahr“ sehen auf jeden Fall mit dem internen Kreis der Hochzeitsgesellschaft (also Brautpaar, Trauzeugen, Brautjungern) abgelichtet zu werden, sollte Sie eine Farbe wählen, die auf dem Foto nicht zu farblichen Irritationen führt.

Ansonsten geben Ihr persönlicher Geschmack und aktuelle Modetrends den Ausschlag. Natürlich sollte das Kleid eine festliche Aura haben und NICHT weiß sein, denn diese Farbe ist der Braut vorbehalten. Auch hier stellen ein elegantes Kostüm und ein festlicher Hosenanzug (ebenfalls mit Farbe nach Wahl) eine Option dar. Neben edlem Schmuck und dezentem Make-Up runden die richtige Handtasche und die perfekten Schuhe das Bild ab.

Bei der Schuhwahl gilt hier: Je festlicher Ihr Dress, desto offener der Schuh. Auch wenn dunkle, geschlossene Lederpumps oft als die korrekte Wahl gelten, so ist dies nur bedingt richtig. Diese eigenen sich nämlich eher für ein Business-Kostüm als zum Abendkleid. Bequeme Schuhe, wie elegante Sneaker oder ähnliches, sind in Deutschland noch immer ein absolutes No-Go. Sollten Sie in Frankreich oder Italien eingeladen sein ist es allerdings völlig in Ordnung bis sehr trendy. In Deutschland, falls Ihnen hohe Schuhe nicht zu Pass kommen, liegen Sie mit flachen Ballerinas richtig.

3. Frack (Cravate blanche, White Tie)

Hier sind die Vorgaben dann schon deutlich eingeschränkter. Die Dame wählt bei diesem Anlass
eine lange Abendrobe und offene Abendsandaletten. Mit Abendrobe ist ein bodenlanges Kleid aus besonders wertvollem oder prachtvoll verziertem Material gemeint. Die Varianten sind zahlreich und die Modeschöpfer liefern immer neue Ideen, in der Regel ist die Abendrobe aber mit einem großen Ausschnitt versehen und lässt Arme und Schultern frei. Dazu passen lange Abendhandschuhe und großer Schmuck, zum Beispiel eine Tiara.

4. Cut (Morning coat)

Für Herren der förmliche Morgenanzug aka „der Frack des Tages“. Als Dame tragen Sie dazu ein kurzes Kleid oder ein Kostüm. In Deutschland besonders beliebt in Kombination mit einem eleganten Hut. Das Kostüm ist hier so etwas wie das Pendant zum „klassischen  Herrenanzug“. Oberteil und Unterteil werden aus dem gleichen Stoff geschneidert. Seit den 80ern des vergangenen Jahrhunderts hat sich das Kostüm endgültig zum absoluten Allrounder emporgearbeitet. Farblich haben Sie (bis auf weiß) die Wahl.

Eine Hochzeit ist sowohl ein fröhlicher als auch ein festlicher Anlass. Deswegen sind dann auch frische helle Farben genaus so passend wie dunkle Töne. Die Handtasche sollte eher zierlich und feierlich sein und nicht als Abendhandtasche zu erkennen sein. Gemäß des Dresscodes sollten Schuhe eigentlich geschlossen ausfallen, im Sommer sind aber Riemchenpumps oder Mules ebenfalls eine Option.

5. Abendkleidung

Hier wollten es Ihnen die Gastgeber der Hochzeit entweder sehr leicht machen oder sie haben einfach selber nicht die umfassenste Ahnung von Dresscodes. Entsprechend höher ist die Chance mit dem gewählten Look daneben zu liegen. Mit Kleid, Kostüm, Hosenanzug oder dem „kleinen Schwarzen“ liegen Sie aber in jedem Fall richtig. In jedem Fall kann es nicht schaden vorher nachzufragen, was denn nun wirklich damit gemeint sei. So vermeiden Sie es over-oder gar underdressed zu erscheinen.

Generell No-Go's: Jeans in allen Variationen, Minirock, Maxirock, langes Abendkleid (außer es ist verlangt), allzu tiefes Dekolleté, Kleid mit auffälligem Muster, durchsichtige oder bauchfreie  Bluse, Trägertop, T-Shirt, gemusterte Nylonstrümpfe oder Netzstrümpfe, Söckchen jeglicher Art, Schuhe mit Absatz über acht Zentimeter, „offensives“ Make-Up.

Doch nicht hektisch werden, denn nicht immer muss es bei der Kleiderwahl wirklich teuer werden. Gute und bezahlbare Beispiele finden Sie beispielsweise hier. Auch wenn es bei wirklich sehr edlen Anlässen klug ist einen professionellen Verleiher zu wählen, sollte Frau eigentlich immer eine edle Abendgarderobe im Kleiderschrank haben.

Exklusiv für Ihn

Ja, als Mann hat man es bei der Dressfrage wirklich deutlich leichter. Hier sind die Vorgaben oft klar geregelt und erlauben keine bis wenige Varianten. Der Anstand gebietet es sich dann auch sich genau an Vorgaben zu halten.

1. Dunkler Anzug

Der dunkle Anzug besteht aus einem Ein- oder Zweireiher (mit oder ohne Weste) in dunklen Grau-oder Blautönen, weißem Hemd (am Tage auch in Hellblau oder Rosa), einer dezent gemusterten Krawatte und schwarzen Schuhen (ein Muss). Der dunkle Anzug ist übrigens nicht Schwarz, denn diese Farbe ist traditionell dem Smoking vorbehalten.

2. Smoking (kleiner Gesellschaftsanzug, Cravate noir, Black Tie, Tuxedo, Tux)

Das französische „Cravate noire“ heißt wörtlich übersetzt „schwarze Krawatte“. Damit ist die schwarze Schleife zum Smoking gemeint und gleichzeitig der Smoking selbst. Die deutsche Bezeichnung für den Smoking lautet „kleiner Gesellschaftsanzug“, allerdings kennen viele diesen Begriff nicht mehr. In den USA heißt der Smoking „Tuxedo“ oder kurz „Tux“, in England „Black tie“. Der Smokinganzug selbst kann schwarz oder nachtblau sein (die Schleife immer schwarz, auch zu nachtblauem Stoff).

Was macht den Smoking zum Smoking?

- Die Smoking-Hose ist an der Außennaht mit einem einfachen Streifen, dem sogenannten Galon versehen. Die Smoking-Jacke hat ein seidenbesetztes Revers
- weißes Smoking-Hemd, schwarze Fliege
- Einstecktuch (weißes Leinen oder farbige Seide)
- schwarze Seidenkniestrümpfe (oder aus feiner Wolle)
- Abendschuhe aus schwarzem Lackleder oder auf Hochglanz poliertem Boxcalf (als Schnürer oder Herrenpumps mit Ripsschleife).

3. Frack (Cravate blanche, White Tie)

„Cravate blanche“ kommt ebenfalls aus dem Französischen und heißt wörtlich übersetzt „weiße Krawatte“. Zum Outfit gehören:

- Die Frackjacke ist immer einreihig und kann nicht geschlossen werden. Das Revers ist wie beim  Smoking seidenbesetzt.
- eine weiße Schleife aus Baumwollpikee (deshalb derBegriff „Cravate blanche“)
- Frackhemd mit Stehkragen bzw. Klappkragen
- Manschetten und Brustbesatz sind wie Kragen und Schleife aus Baumwollpikee gearbeitet

- Frackhosen mit doppeltem Galon (2 parallel verlaufende Seidenstreifen an der äußeren Seitennaht)
- Frackschuhe („Herrenpumps“ mit Ripsschleife)

4. Cut (Morning coat)

Cut ist die Kurzform von „Cutaway Coat“, auch als „Frack des Tages“ bekannt. Damit will man sagen, dass es sich um den förmlichsten Tagesanzug handelt. Die Briten bezeichnen ihn als „morning coat“, was den zeitlichen Einsatzbereich sehr gut trifft. Der Cut hat seinen Namen  daher, dass er aus dem Gehrock entstanden ist. Dessen eckiger Abstich (so nennt der Schneider die Form der vorderen Kante) wurde zurückgeschnitten, um dem Träger mehr Bewegungsfreiheit zu geben.

Es gibt den Cut in verschiedenen Farb- und Stoffvarianten, am weitesten verbreitet ist jedoch die
Grundversion: schwarzer Rock (so der Fachausdruck für die Frackjacke), hellgraue Weste, gestreifte Hose, schwarze Schuhe im Oxfordschnitt, weißes Hemd mit Umlegekragen und Doppelmanschetten, Langbinder und als Krönung der schwarze Zylinder. Außerdem werden Cuts auch in Anthrazit geschneidert, diese Variante gilt als besonders vielseitig. Die Hose zum Cut gibt es alternativ zum Streifenmuster auch mit Pepita Karo oder Glencheck.

5. Abendkleidung, festliche Kleidung

Hier ist der dunkle Anzug eigentlich die sicherste Wahl. Sollten Sie aber Sorge haben, underdressed zu erscheinen, fragen Sie nach.

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