Wie kalkuliere ich meine Hochzeit richtig

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Es gibt gute Nachrichten für alle Hochzeitsfreunde: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2013 deutschlandweit rund 378.000 Eheschließungen und damit erstmals wieder mehr Hochzeiten als in den vergangenen Jahren. Das Heiraten ist somit bewiesenermaßen wieder stark im Kommen und zum Glück sind im 21. Jahrundert die unterschiedlichsten und verrücktesten Arten erlaubt, um diesen besonderen Tag zu gestalten.

So modern sich die Hochzeit heute auch präsentieren mag, eines hat sich seit Jahrhunderten nicht geändert: Die eigene Hochzeit gehört noch immer zu den wichtigsten Ereignissen im Leben eines Paares – und dementsprechend soll sie auch gebührend gefeiert werden. Wer träumt schließlich nicht von einem riesigen Fest, an das sich Freunde und Familie ein Leben lang erinnern werden?

Und da ist auch schon der Haken: Den eigenen Wünschen und Vorstellungen gerecht zu werden, ist meist schwieriger als man denkt, denn so ein Fest kann ganz schön ans Portemonnaie gehen. Um nicht allzu viele Kompromisse eingehen zu müssen, sollte man daher frühzeitig anfangen zu organisieren und vor allem einen ordentlichen Finanzplan zusammenstellen.

Keine Sorge, das ist leichter als gedacht: Denn wir haben eine Anleitung für Hochzeitsfinanzierung für Euch zusammengestellt. Seht die Tipps als roten Faden, der Euch bei der Organisation Eurer Traumhochzeit hilft.

Die Kosten einer Hochzeit

Das durchschnittliche Hochzeitsbudget für ein Paar in Deutschland liegt dem aktuellsten Stand zufolge bei ca. 15.000 Euro. Das ist natürlich nur ein Mittelwert, denn die Ausgaben für eine Hochzeit variieren von Brautpaar zu Brautpaar, abhängig von den verschiedenen Wünschen und den unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten.

So geben einige Paare für diesen Tag rund 2.000 Euro aus, andere lassen sich das ganze Spektakel sogar bis zu 60.000 Euro kosten.

Das Budget aufstellen

Zu Beginn einer jeder guten Hochzeitsfinanzplanung sollte man sich zunächst einen konkreten Überblick über das zur Verfügung stehende Budget verschaffen, um die gesamte Planung nicht von Anfang an auf wackelige Füße zu stellen.

All solche Faktoren sollten in die Planung mit einbezogen werden, denn meist kommen doch mehr Finanzierungsmöglichkeiten zustande, als zuvor erwartet. Die – wir nennen sie mal – “Budgetaufstellung” solltet Ihr später den von Euch ausgerechneten Gesamtkosten gegenüberstellen. Auf diese Weise lässt sich zum einen erkennen, inwieweit vorhandene Wünsche und Vorstellungen zu verwirklichen sind, zum anderen kann so der zusätzliche Finanzbedarf ermittelt werden.

Die Kosten kalkulieren

Ist die Budgetfrage einmal geklärt, könnt Ihr nun zum aufregenden Teil der Organisation übergehen. Hier solltet Ihr besonders vorsichtig sein und immer sorgfältig die Preise beachten. Tabellenkalkulationsprogramme sorgen dabei für Struktur und Übersicht.

Grundsätzlich kann mit folgenden Kostenpunkten gerechnet werden:

  • Standesamtliche Trauung (Anmeldung zur Eheschließung, Urkunden & sonstige Gebühren, Stammbuch)
  • Kirchliche Trauung (Kollekte/Spende)
  • Drucksachen (Einladungen, Tischkarten, Danksagungen)
  • Kleidung (Hochzeitskleid, Anzug, evtl. Brautjungfernkleider)
  • Make-Up & Styling (Friseur, Kosmetikerin/Visagist)
  • Eheringe
  • Hochzeitsfotograf (evtl. Videograf)
  • Fahrservice für das Brautpaar (Leihwagen, Chauffeur)
  • Location für die Hochzeitfeier (Raummiete)
  • Blumen & Dekoration (Standesamt, Kirche, Hochzeitsauto, Feierlocation)
  • Verpflegung der Gäste (Sektempfang, Kaffee & Kuchen, Buffet/Menü, Getränke)
  • Hochzeitstorte
  • Musik (Band, DJ)
  • Hochzeitsreise

Die Kosten für die standesamtliche Trauung sind in der Regel fix, können allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. Für die Anmeldung zur Eheschließung fallen meist Gebühren in Höhe von ca. 40 Euro an.  Für die Ausstellung notwendiger Urkunden werden zudem noch einmal Kosten von rund 10-15 Euro fällig.

Zusätzliche Gebühren entstehen nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn Braut oder Bräutigam nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, die Trauung an einem besonderen Ort stattfinden bzw. von einem anderen Standesamt vorgenommen werden soll oder die Trauung außerhalb der Öffnungszeiten des betreffenden Standesamtes gewünscht wird.

Bei den übrigen aufgeführten Kostenpunkten habt Ihr allerdings sehr viel Auswahl und damit verbunden einen größeren Spielraum. Daher ist es in jedem Fall ratsam, sich immer möglichst viele Angebote einzuholen, um nach mehreren Preisvergleichen, bei dem für Euch günstigsten und ansprechendsten Angebot zuzuschlagen.

Informiert Euch auch über die sogenannten Komplettangebote, die neben der Raummiete für die Hochzeitslocation noch einen Sektempfang, das Buffet bzw. ein Menü und eine Getränkepauschale beinhalten.

Den Überblick behalten

Da die Planung der eigenen Hochzeit ein sehr komplexes Thema darstellt, ist das A und O immer den Gesamtüberblick zu behalten. Habt Ihr die Budgetplanung und Kostenkalkulation abgeschlossen, ist es immer sinnvoll, ein zusätzliches Konto für die Hochzeitsausgaben einzurichten und das verfügbare Budget auf dieses zu überweisen. Somit werden die Ausgaben für die Hochzeit separat von Eurem privat Konto abgebucht und die einzelnen Ausgaben lassen sich viel einfacher nachvollziehen.

Zudem besteht zu jeder Zeit ein Überblick darüber, welche Rechnungen bereits beglichen wurden und wie viel Geld für die anstehenden Ausgaben noch zur Verfügung steht. Wer kein zusätzliches Konto einrichten möchte, kann sich wie bereits bei Budgetplanung und Kostenkalkulation mit einer Tabellenkalkulation am Rechner behelfen.

Unsere Tipps im Überblick:

  • Konkrete Übersicht über verfügbares Budget verschaffen
  • Detaillierten Kostenplan erstellen
  • Tabellenkalkulationsprogramme für bessere Übersicht nutzen
  • Konkrete Fixkosten für standesamtliche Trauung ermitteln
  • Verschiedene Angebote für Location, Catering, Dekoration etc. einholen
  • Budgetaufstellung und Kostenkalkulation abgleichen, um Finanzbedarf zu ermitteln
  • Eigenes Konto zur Übersicht über Finanzplanung einrichten

Die Finanzierungsmöglichkeiten

Die Finanzierung der eigenen Hochzeit ist oft die größte Hürde jeder Hochzeitsplanung. Dabei steht dem Paar eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung: Im Idealfall habt Ihr bereits ausreichend auf das große Ereignis hin gespart und die anstehenden Ausgaben lassen sich mit diesem Ersparten komplett decken.

Ist das nicht der Fall, da dieses Geld langfristig investiert wurde und daher vorerst nicht zur Verfügung steht oder je nachdem gar nicht erst für die ganze Hochzeit ausreicht, besteht die Alternative darin, Eltern oder Verwandte um Unterstützung zu bitten oder sich die Feier von den Gästen als Hochzeitsgeschenk via Hochzeitstisch finanzieren zu lassen.

Manche nehmen auch einfach einen Hochzeits-Kredit auf. Auf die Auflösung Eurer Lebensversicherung solltet Ihr allerdings verzichten, denn dieser Schritt ist meist mit hohen Renditeverlusten verbunden. Kreditaufnahme Auch wenn die Aufnahme eines Kredits in vielen Fällen verlockend erscheint, um die Hochzeit entsprechend der eigenen Wünsche und Vorstellungen zu realisieren ohne dabei Abstriche machen zu müssen, gehört diese Möglichkeit nicht zu den bevorzugten Finanzierungsalternativen von uns Deutschen.

Laut einer Umfrage aus dem Jahre 2011 sind ganze 60% der Befragen nicht dazu bereit, einen Kredit für die eigene Hochzeit aufzunehmen. Wer sich im Zuge der Hochzeitsplanung dennoch für einen Kredit entscheidet, sollte keinesfalls auf den Dispositionskredit des eigenen Girokontos zurückgreifen, da dieser in der Regel besonders hohe Zinskosten mit sich bringt.

Stattdessen findet man mittlerweile vor allem im Internet eine Vielzahl an Angeboten von Direktbanken, die entsprechende Kleinkredite häufig zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen.  Darüber hinaus bietet das Internet ebenfalls die Möglichkeit, die unterschiedlichen Angebote relativ einfach miteinander zu vergleichen.

Hier geht es direkt zu einem Kredit - so individuell wie Eure Wünsche!

Alternative Möglichkeiten

Alternativ lässt sich eine Hochzeit auch mit geringem Budget in die Tat umsetzen, indem man viele Leistungen, die ansonsten von einer Firma übernommen werde, selbst in die Hand nimmt und stattdessen Verwandte oder Freunde beauftragt, einige Vorbereitungen zu übernehmen.

Mietkosten für die Hochzeitslocation lassen sich so zum Beispiel durch die Verlegung der Hochzeitsfeier in die eigenen vier Wände, den eigenen Garten oder die Partyscheune eines Bekannten umgehen.

Wer darüber hinaus einen DJ in der Familie oder im Freundeskreis hat oder sogar eine kleine Privatband kennt, kann sich die Kosten für eine engagierte Band gleich mit sparen.

Des Weiteren kann man gerade bei einer Hochzeit im kleinen Rahmen mit nicht allzu vielen Gästen das Hochzeitsbuffet selbst zubereiten bzw. einige der Hochzeitsgäste darum bitten, etwas zum Buffet beizusteuern. Lassen sich dann im Freundes- und Bekanntenkreis noch ein Friseur, eine Floristin, eine Kosmetikerin und vielleicht ein Schmied finden, steht der Hochzeitsvorbereitung in Eigenregie nichts mehr im Weg.

Zusätzliche Finanzierungstipps

Gerade bei großen Hochzeiten mit vielen Gästen lassen sich die Ausgaben für die Feier oft zu großen Teilen wieder einbringen, indem man sich ausschließlich Geld zur Hochzeit schenken lässt. Dazu weist man idealerweise bereits in der Einladung darauf hin, dass bevorzugt Geldgeschenke entgegengenommen werden – oder legt eine Einladung zum persönlichen Hochzeitstisch bei.

Eine weitere kreative Möglichkeit, etwas Geld für den guten Zweck dazu zu gewinnen, besteht darin, schon beim Junggesellenabschied mit einem kleinen Bauchladen Waren in der Stadt zu verkaufen oder während der Hochzeitsfeier das Strumpfband der Braut oder – selbstverständlich nur symbolisch – den Brautschuh zu versteigern.

Unsere Tipps im Überblick:

  • Vorhandenes Sparvermögen zur Finanzierung nutzen
  • Familie und Verwandten bei zusätzlichem Finanzbedarf um Unterstützung bitten
  • Aufgrund hoher Zinskosten keinesfalls auf Dispositionskredit des Girokontos zurückgreifen
  • Kleinkredit-Angebote von Direktbanken im Internet vergleichen
  • Verwandte und Freunde in die Vorbereitungen einbeziehen
  • Eigenen Garten für Hochzeitsfeier nutzen und Hochzeitsbuffet selbst vorbereiten
  • Nur mit den engsten Freunden und Verwandten feiern
  • Geldgeschenke zur Hochzeit wünschen
  • Hochzeitskasse durch kreative Ideen aufbesser

Fazit

Auch wenn die Hochzeit der schönste Tag im Leben werden und Geld dabei nicht im Vordergrund stehen sollte, ist die Hochzeitsplanung doch unvermeidlich mit der eigenen finanziellen Situation verbunden. Mit einer durchdachten Planung lassen sich jedoch auch schwierige finanzielle Voraussetzungen geschickt nutzen. Wer darüber hinaus seine Ansprüche ein wenig zurückschraubt und auf die Hilfe von Verwandten und Freunden setzt, kann auch mit geringem Budget auf eine echte Traumhochzeit hoffen.

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