Brautgeschichten #9: Die Hochzeit

. 4 minuten Lesedauer

"Heute, nach fast 3 Monaten des verheiratet seins, schaffe ich es endlich, unsere unvergessliche Hochzeits-Woche noch einmal mit Euch Revue passieren zu lassen."

Montag, noch 5 Tage bis zur Hochzeit

Endlich entspannt, eigentlich ist alles vorbereitet und ich habe kaum noch was auf meiner „to do Liste“. Ja gut, das Kleid ist noch nicht fertig, aber das wird schon. Doch dann bekomme ich auf der Arbeit einen Anruf von meinem Lieblingsmann, gerade hat ihn der Koch unserer Location angerufen – irgendwas stimmt mit dem Menü nicht. PANIK!

Dienstag, noch 4 Tage bis zur Hochzeit

Nach einigen Telefonaten und Überlegungen steht ein neues und besseres Menü fest. Ich freue mich riesig und bin erleichtert. Auch mein Kleid ist abholbereit. Ich habe beschlossen, es nicht mehr anzuprobieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich es bereits zweimal abgeholt und wieder ändern lassen. Jetzt muss es perfekt sein, ich überlasse es dem Schicksal und meinem Vertrauen in meine Schneiderin. Es kann losgehen.

Mittwoch, noch 3 Tage bis zur Hochzeit

Der Super-GAU – unsere kurzfristig (vor einer Woche) engagierte Wedding-Planerin wird nicht bei unserer Hochzeit dabei sein. Wieder etliche Telefonate und ich habe keine Lust mehr.

Donnerstag, noch 2 Tage bis zur Hochzeit

Die Sonne strahlt und es sind gefühlte 30° – am Wochenende soll die Welt untergehen. Ich beginne den Tag mit Himbeer-Prosecco im Liegestuhl. Es ist mein letzter Morgen als Frau F. Heute heiraten wir standesamtlich. Im Anschluss feiern wir diese lustige und chaotische Trauung bei Kuchen, Kaffee und Sekt mit unseren Eltern und Trauzeugen.

Freitag, noch 1 Tag bis zur Hochzeit

Neben dem Klingeln des Weckers ist noch ein weiteres Geräusch zu hören – Regen. Draußen ist alles grau. Nachdem wir alle Sachen eingepackt haben und wir den Zuckerboy zu seinen Großeltern gebracht haben (kommen später nach), machen wir uns auf den Weg in die Uckermark nach Jakobshagen. Es regnet die ganze Zeit.

Angekommen am Schmetterlingsgarten regnet es immer noch, überall Pfützen und Menschen am Rumwuseln. Es sieht trotz allem wunderschön aus. Conchita ist da und beruhigt mich, morgen wird das Wetter schön. Alle sind so lieb und bauen mich auf und beobachten die Regenradare auf ihren Handys. Nach und nach kommen unsere Familien und Freunde an.

Da ich beschlossen habe, die Desserts selber zu machen, müssen wir noch einkaufen und dann alles vorbereiten. Ich habe für 80 Portionen geplant und kaufe im Ort die ganze Mascarpone leer. In der Ferienwohnung meiner Schwester riecht es jetzt nach Kaffee und Erdbeeren. Abends schichtet sie den Nachtisch noch in die Gläschen, die ich extra dafür gekauft habe. Ich bin froh, dass sie mir das abnimmt. Die Zeit rennt und es ist noch einiges zu tun. Es gibt eine Erdbeer-Mascarpone Creme auf Cheesecake-Keksboden und eine türkische Kaffeecreme zum reinlegen.

Zurück bei der Location hat unser Trauzeuge schon alles fürs Grillen vorbereitet. Es nieselt. Den restlichen Abend verbringen wir mit Pompoms basteln in der Scheune. Gegen 23 Uhr trennen wir uns, der eine Teil geht ins Partyhaus – auch dabei mein Lieblingsmann – und ich gehe alleine ins Brautzimmer. Wir werden uns erst morgen bei der Trauung wiedersehen.

HOCHZEITSHELFER:

Fotografie: Willst du mit mir gehen

Location: Schmetterlingsgarten Jakobshagen

Kleid/Schneiderin: Bozena Wengel

Hair & Make Up: Somjai Gresenz

Cake-Topper: Drahtliebe

Samstag, der Hochzeitstag

In einer Stunde klingelt mein Wecker. Eigentlich habe ich gut und fest geschlafen, nur bin ich jetzt viel zu früh aufgewacht. Draußen geht gerade die Sonne auf. Ja die Sonne! Ich überbrücke die Zeit mit Fotografieren, Spaziergang über den Hof und dann ist es auch endlich soweit und meine Stylistin kommt.

Sie bringt Kaffee und Lockenwickler mit – ich fühle mich sehr wohl bei ihr. Nach und nach kommen meine Mädels dazu, es ist schön. Wir trinken Sekt, hören Musik, schwelgen in Erinnerungen und lassen uns verschönern. Ich bin kein bisschen aufgeregt, es ist wuselig und gemütlich.

Beim Styling sitze ich mit Blick zum Fenster, ich kann sehen wie nach und nach Gäste eintrudeln und ich kann sehen wie es plötzlich ganz dunkel draußen wird und es anfängt zu regnen. Conchita kommt mit Sekt, hält meine Hand und stellt die Frage, vor der ich mich die ganze Zeit gefürchtet habe. „Sollen wir die Trauung nach drinnen verlegen?“. Ich merke wie mir die Tränen in die Augen steigen und denke „bloß nicht heulen, bloß nicht heulen“.

Meine Mädels versuchen mich zu beruhigen und reden alle auf mich ein, jetzt kann ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Wieder ein Blick auf den Regenradar, Conchita meint, wenn wir alles eine halbe Stunde nach hinten verschieben, hört es auf. So wird es gemacht. Kurz bevor ich mein Kleid anziehe, werde ich nun doch aufgeregt, aufgeregt weil ich an allen vorbei laufen muss. Was, wenn ich stolpere – ich mag das nicht, wenn mich alle angucken.

Aber mein Bruder ist schon da. Er wird mich nach vorne bringen und dabei die ganze Zeit meine Hand halten. Als es Zeit ist rauszugehen, ist das ein ganz besonderer Moment. Ich bin so dankbar, dass meine Brautjungfern dabei sind und wir diesen Tag so eng verbunden verbringen. Die Trauung findet hinter der Scheune statt. Als wir drinnen stehen, fragt mich der nette Mann, der sich um die Getränke kümmert, wo ich meine Lockenwickler gelassen habe.

Er muss mir wohl angesehen haben, dass ich etwas zum lachen gebraucht habe. Mein Herz schlägt so schnell. Die Mädels laufen langsam los, zum Schluss meine Trauzeugin M., unser Freund Ben begleitet das Ganze mit seiner Gitarre und singt eines unserer Lieblingslieder ‚Römer am Ende Roms‘ von Thees Uhlmann. Es sieht alles wunderschön aus. Erst sehe ich noch ein, zwei Gäste und dann nur noch ihn – meinen Lieblingsmann.

Ich kann nicht aufhören, ihn anzustrahlen und sehe ihm seine Rührung und seine feuchten Augen an. Conchita traut uns mit ihrer herzlichen und witzigen Art. Sie erzählt unsere Geschichte, dabei trägt sie ein Blümchenkleid und Gummistiefel – ich denke die ganze Zeit, dass es nicht perfekter sein könnte.

Auch den Auszug begleitet Ben wieder musikalisch. Ich freue mich unheimlich, jetzt alle unsere Lieben persönlich zu begrüßen, sie zu umarmen und festzuhalten. Es sind alle da. Auch unsere Freundin T., die extra aus Nashville angereist ist. Ich könnte die ganze Zeit nur weinen vor Glück. Der restliche Tag setzt sich aus leckerem Essen, Fotos machen (mit wunderbaren Fotografen), tanzen, emotionalen Reden unserer Trauzeugen, lustigen Kennenlern-Spielen, tollen Gesprächen und ganz viel Liebe zusammen.

Zu unserem Hochzeitstanz gibt es noch eine ganz besondere Überraschung. Unser Lied (‚Wouldn’t it be nice‘ von den Beach Boys) wird von meinem Schwiegervater und seinem besten Freund live performt. Als der Tag zu Ende geht, sind wir nicht traurig – wir sind betrunken vor Liebe, Glück und vielleicht auch ein wenig vom Pfeffi.
– Lia Lemon

Hier könnt Ihr mehr lesen über die Hochzeitsplanung von Liane!

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Brautgeschichten #9: Die Hochzeit
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