Brautgeschichten #1 – Der Heiratsantrag

. 2 minuten Lesedauer

Ich bin Lia.

30 Jahre alt, Mama vom Zuckerboy und seit fast 9 Jahren die Freundin vom Lieblingsmann.

Klingt wie aus einem kitschigen Groschenroman? Ja, denn so war es auch. Kitschig und unendlich romantisch. Diese fabelhafte Art von Romantik, die, von der man sonst nur liest oder sie in den Hollywood Schmonzetten und Disneyfilmen vorgelebt bekommt. Nie hätte ich gedacht, dass ich mal bei so einem ‚Magic Moment‘ eine Rolle spielen würde.

Doch nochmal auf Anfang, wie bin ich da eigentlich hingekommen? Im letzten Herbst wurde ich 30. 30!!!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, 30!!!!!!!!!!! Früher habe ich immer gedacht, dass ich mich dann furchtbar erwachsen fühlen würde, aber Pustekuchen.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass ich jetzt früher ins Bett gehe, nach dem Feiern auch mal einen Kater habe und dass ich mit Leidenschaft Lebensmittel (!!!) einkaufen gehe.

Blöd nur, dass ich in meinen Zwanzigern nix besseres zu tun hatte, als überall rum zu posaunen, dass ich spätestens mit 30 verheiratet sein möchte – danach würde ich auf keinen Fall mehr heiraten (huuuust) und dass ich lange Verlobungszeiten von mehr als 1,5 Jahren total doof finde (Hallo??? Ich brauche bitte mindestens noch 3 Jahre mehr Zeit zum Vorbereiten!!).

Jetzt hab ich den Salat, hinterher ist man halt immer schlauer. Ich feierte also meinen Geburtstag unter dem Motto „Meet me in Paris“. Ich hatte mir ein tolles neues Kleid gekauft und der Lieblingsmann spielte mit seiner Band meine allerliebsten Lieblingslieder.

Als er vor dem Thees Uhlmann Cover ‚Paris im Herbst‘ zum Mikrofon griff, dachte ich so bei mir „Jetzt!! Jetzt fragt er ...“ Doch er machte nur eine Ansage und erzählte eine Anekdote über das Lied. So verging auch die große 3.0, ohne, dass ich einen Ring am Finger trug.

So langsam schloss ich innerlich mit dieser ganzen Hochzeitsgeschichte ab. Ich hatte doch auch so alles was ich für ein wundervolles Leben brauchte, welche Rolle spielte da ein Stück Papier? Einen neuen Namen brauchte ich auch nicht unbedingt, ich hatte ja genug Zeit, mich an meinen zu gewöhnen.

Zum Geburtstag bekam ich vom L-Mann einen Reisegutschein, die Würfel fielen für ein langes Frühlingswochenende in Paris. Natürlich kam direkt von allen Seiten: „Ohh wie romantisch, da macht er dir bestimmt einen Antrag.“ Aber nicht mit mir! Ich hatte schließlich aus der Vergangenheit gelernt. Und aus der Paris-Reise meiner Freundin M.

Denn das war so: Auch ihr erzählten alle, dass sie dort auf jeden Fall einen Antrag bekommen würde. Es ist ja immerhin die Stadt der Liebe! Also wartete sie. Sie wartete als sie auf den Treppen von Sacré-Cœur standen. NIX. Sie wartete als sie durch den Park von Versailles schlenderten. NIX.

Sie wartete immer noch als sie am letzten Abend gemeinsam den Ausblick auf Paris vom Eiffelturm aus genossen. IMMER NOCH NIX! Sie flog ohne Ring und furchtbar enttäuscht nach Hause (keine Sorge, mit der Weile sind die beiden glücklich miteinander verheiratet).

So wollte ich meinen Paris-Urlaub nicht verbringen. Ich wollte die Tage dort genießen und nicht die ganze Zeit nach dem perfekten Moment Ausschau halten. So kam es, dass es mich nach einem Spaziergang beim Louvre völlig unerwartet traf, als der Lieblingsmann auf einmal eine Schmuckschachtel aus seiner Jackentasche zog, mich an den Händen hielt und mich dann (endlich!) fragte, ob ich ihn heirate. Happy End!

Ach nein, jetzt geht’s ja erst richtig los. Seit diesem wundervollen Abend in Paris bin ich also eine Braut to be und was damit alles losgetreten wurde, werde ich die nächsten Monate mit Euch teilen. Mal sehen wo der Weg uns hinführt…

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