Für immer...hoffentlich!

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Letztes Jahr wurden allein in Deutschland 373.660 Ehen  geschlossen. Das bedeutet, dass sich 747.320 Menschen das Versprechen  der ewigen Liebe und Partnerschaft gegeben haben.

Eine schöne Vorstellung, dass so viele Männer und Frauen jedes Jahr  zueinander finden. Doch mit der nächsten Zahl kippt die romantische  Stimmung gleich wieder: Denn 2013 wurden auch 169.800 deutsche Ehen  wieder geschieden. Wie kann das passieren? Warum scheitern so viele  Menschen daran, glückliche Paare zu sein und vor allem zu bleiben?

Auch die Wissenschaft befasst sich seit einigen Jahrzehnten mit der Frage nach dem „Geheimrezept“ für dauerhaft stabile Beziehungen. Bereits in  den 1970er Jahren wurden Paare untersucht, die sich aus scheinbar  unvorhersehbaren Gründen vor dem Scheidungsrichter einfinden mussten.  Die Gesellschaft fürchtete damals, dass aus gescheiterten Ehen  ausschließlich unglückliche Kinder hervorgehen könnten. Der  US-amerikanische Psychologe Prof. Dr. John Gottman suchte schon damals  nach möglichen Gemeinsamkeiten innerhalb der zerbrochenen Beziehungen.  1986 richtete er sein sogenanntes „Love lab“ ein, in dem frisch  verheiratete Paare beobachtet und untersucht wurden.

Auch in der jüngeren Wissenschaftsgeschichte spielt die Frage  nach der erfüllten, lebenslangen Partnerschaft immer noch eine Rolle.  Besonders die USA scheinen sich ausgiebig mit dem Thema auseinander zu  setzen. Im Rahmen des „National Marriage Project – Research and Analysis  on the Health of Marriage and Family in America“ begleitete die  University of Viriginia das Privatleben von 1294 jungen Erwachsenen  zwischen 18 und 34 Jahren über mehrere Jahre. 418 Teilnehmer heirateten  in dieser Zeit.

Auch die Universität in Denver unter der Leitung von Galena K.  Rhoades und Scott M. Stanley sammelte Daten über frühere romantische  Erlebnisse in einer Studie. Hierbei wurden Menschen befragt, die bereits  verheiratet waren. Es sollte beispielsweise der Übergang von Affäre zu  Beziehung zu Ehe untersucht werden.

Selbst der Versuch, präventiv auf die Wahl des falschen Ehepartners einzugreifen,  kam im Jahr 2010 an die Öffentlichkeit. Wieder waren es  US-Wissenschaftler, die behaupten, mit einem „Liebestest“ schon nach  kurzer Beziehungszeit feststellen zu können, ob die Ehe zum Scheitern  verurteilt ist oder nicht. Dafür werden die Paare getrennt voneinander  mit einem Foto des anderen „konfrontiert“.

Kurz darauf müssen sie spontan Adjektive wie „schrecklich“, „nett“  oder „hübsch“ als positiv oder negativ bewerten. James McNulty, der  Erfinder dieser Studie, glaubt, dass an dem Verhalten der Befragten das  wahre Bauchgefühl für den Partner zu erkennen sei. Wer demnach langsamer  auf die positiven Worte reagiert, bekommt mit höherer  Wahrscheinlichkeit früher oder später Eheprobleme.

Überraschend viele Studien dieser Art existieren in Internet und Printmedien. Das neuste Exemplar stammt wahrscheinlich von Dr. Ty Tashiro  (Amerikaner natürlich), der vor einigen Monaten sein neues Buch „The  Science of Happily Ever After“ herausgegeben hat. Auch er ging ähnlich  wie seine Vorgänger vor, es wurden Paare bei ihrem Verhalten miteinander  beobachtet.

Jetzt seid ihr hoffentlich extrem gespannt auf die tatsächlichen Ergebnisse der vielen aufgeführten Studien. Was macht eine Ehe denn auf Dauer glücklich?
Über eine Sache sind sich alle Studien mehr oder weniger einig: Eine  solide Partnerschaft beruht auf gesunder Kommunikation! Schon zu Beginn  einer Verbindung sollten sich Paare idealerweise mit sich  auseinandersetzen – egal, wie schwammig diese Form von „Wir“ noch ist.

Rhoades und Stanley fanden heraus, dass die immer ambivalenter  gestalteten Beziehungsformen dazu führen, sich nicht mehr bewusst in  eine Partnerschaft zu begeben. Aus Angst, man könne die zarten Bande  wieder zerstören, wenn man ihre Existenz anspricht, schlittern viele  Menschen in eine Beziehung. Stabiler und gesünder sei es allerdings,  sich jeden Fortschritt einer menschlichen Bindung bewusst zu machen.  Dazu gehört auch die Hochzeit: Antrag, Planung, Feier etc. All diese Dinge sollten gemeinsam geplant und vor allem besprochen werden.

Gerade das Sprechen fällt vielen Paaren schwer und ist doch der  Schlüssel zum Liebeserfolg. Stimmen Gesprächsbereitschaft und  gegenseitiges Vertrauen überein, kann in der Beziehung nicht allzu viel  schief gehen. Alltagsprobleme müssen angesprochen werden, idealerweise  in regelmäßigen und kurzen Abständen.

Ty Tashiro spricht von „bids“, die sich Paare gegenseitig stellen. Man könnte das mit Gesprächsangeboten vergleichen. Die alltägliche  Kommunikation hält nun einmal auch viele Belanglosigkeiten bereit.

Sätze wie „Schau mal, da vorn sitzt eine Frau mit einem ganz  komischem Hut!“ oder „Heute waren vielleicht viele Menschen am  Hauptbahnhof unterwegs…“ gehören zu den kleinen emotionalen Einblicken,  die der Partner uns liefert. Es ist die persönliche Herausforderung  jedes Einzelnen, diesen „bids“ positiv und mit Freundlichkeit zu  begegnen (Tashiro nennt das „turning toward“).

Nach einem stressigen Tag im Büro, einem misslungenen Telefonat mit der Mutter oder der Erkenntnis, dass die Jeans nicht mehr passt,  lassen sich solche Banalitäten oft nur mit Mühe liebevoll beantworten.  Auch in einer Streitsituation soll ein gewisses Maß an Respekt und  Freundlichkeit immer gewahrt werden, raten die Wissenschaftler.
Es scheint sich also zu lohnen, Herz und Mund anzuschalten. Die  Forschungsergebnisse lassen sich übrigens auf jedes Paar übertragen,  jung, alt, arm, reich, kinderlos usw.

Klingt eigentlich ganz einfach und offensichtlich? Sehr schön! Dann solltet ihr es nachmachen und die glücklichsten Langzeitehefrauen der Welt werden.

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